Das mit Spannung erwartete Spitzenspiel der Verbandsliga Baden-Württemberg hielt, was es versprach. Vor heimischer Kulisse trennte sich der TSV Knittlingen von der Handballregion Bottwar SG mit 32:32 (19:17). Beide Teams führen damit weiterhin punktgleich mit 5:1 Zählern die Tabelle an.
Dabei erwischten die Gäste den besseren Start und lagen bereits nach wenigen Minuten mit 0:4 vorne. Doch die Fauststädter ließen sich davon nicht beeindrucken. Nach einer frühen Auszeit kämpfte sich der TSV mit viel Leidenschaft zurück und drehte die Partie mit einem beeindruckenden 9:3-Lauf zur 9:7-Führung. Bis zur Pause behauptete Knittlingen verdient den Vorsprung und ging mit 19:17 in die Kabine.
Besonders bitter: Kurz vor der Halbzeit verletzte sich Spielmacher David Kautz, der bis dahin die Fäden im Knittlinger Angriff gezogen hatte. Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Mannschaft, die den Ausfall ihres Regisseurs gemeinsam auffing und auch nach dem Seitenwechsel geschlossen auftrat.
Als Bottwar in der zweiten Halbzeit einen Lauf startete und aus einem 26:25-Zwischenstand eine 29:26-Führung machte, schien das Spiel zu kippen. Doch die Fauststädter zeigten eine grandiose kämpferische Leistung und gaben sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen. Angeführt von einem herausragenden Sakda Choetchim kämpfte sich der TSV Tor um Tor zurück ins Spiel.
Großen Anteil am Punktgewinn hatte auch Torhüter Hannes Bast. Gegen seinen ehemaligen Verein zeigte er zahlreiche starke Paraden und hielt sein Team besonders in den entscheidenden Phasen der zweiten Halbzeit im Spiel. Mit wichtigen Ballgewinnen leitete er die Aufholjagd der Knittlinger entscheidend mit ein.
Für zusätzliche Spannung sorgte die dramatische Schlussphase. Nachdem sich der TSV erneut zurückgekämpft hatte, brachte Lukas Salzseeler die Gastgeber in der 58. Minute mit 32:31 in Führung und versetzte die Handballhalle in Euphorie. Die Knittlinger standen kurz vor einem umjubelten Heimsieg, doch die Gäste bewiesen ebenfalls ihre Qualität. Nur acht Sekunden vor dem Spielende gelang Florian von Gruchalla der Treffer zum 32:32-Ausgleich, sodass sich beide Spitzenteams die Punkte teilen mussten.
Am Ende stand ein leistungsgerechtes Unentschieden zweier Spitzenmannschaften. Für den TSV Knittlingen fühlte sich dieser Punktgewinn nach dem Spielverlauf jedoch fast wie ein Sieg an. Trotz der Verletzung von David Kautz, eines zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstands und des hohen Drucks bewiesen die Fauststädter eindrucksvoll Moral, Kampfgeist und großen Zusammenhalt. Damit unterstrichen sie einmal mehr, warum sie aktuell verdient mit an der Spitze der Verbandsliga Baden-Württemberg stehen.
Vor einer sehr gut besuchten Sporthalle sorgten beide Mannschaften für beste Werbung für den Handballsport. Die Zuschauer bekamen ein hochklassiges, intensives und jederzeit spannendes Spitzenspiel geboten. Die großartige Stimmung auf den Rängen trug ihren Teil zu diesem Handballabend bei und macht schon heute Lust auf das nächste Heimspiel des TSV Knittlingen.
Der TSV spielte mit Bast, Kicherer (Tor); Choetchim (18/4), Sruk (6), Dienel (2), Salzseeler (3), Kautz (1), Wilhelm (2), Strehlau, Kleczka, Bitter, Hüttler.
