Der Faschingssonntag in der Knittlinger Handballhalle bot alles, was das Herz eines Fans höherschlagen lässt: Tempo, Emotionen, Spannung bis zur letzten Minute – und einen TSV, der einmal mehr zeigte, welch enormes Potenzial in dieser Mannschaft steckt.
Vor einer großartigen Kulisse sicherte sich Knittlingen einen hochverdienten 34:31‑Heimsieg, der vor allem durch Einsatz, Teamgeist und einen überragenden Endspurt glänzte.
Erst Sand im Getriebe – dann souverän aufgedreht
In den Anfangsminuten tat sich der TSV noch etwas schwer. Nach der einwöchigen Pause brauchte das Team etwas Zeit, um wieder in seinen Rhythmus zu finden. Die Gäste aus Bottwartal nutzten dies zunächst clever und gingen mehrfach in Führung. Doch wie so oft bewies Knittlingen beeindruckende Moral: Ab der 12. Minute übernahm der TSV das Kommando – und wie!
Aus einem knappen 7:6 entwickelte sich eine beeindruckende Serie:
11:7, 13:8, 17:12 – eine starke Halbzeitführung, erarbeitet durch konzentrierte Abwehrarbeit und sehenswerten Angriffshandball.
Nach der Pause weiter stabil – trotz turbulenter Phase
Auch nach Wiederbeginn bestimmte der TSV das Spielgeschehen. Bottwartal kam zwar kurzzeitig heran, aber Knittlingen setzte immer wieder klare Zeichen: 20:15, 22:16, 23:18, 29:24, 30:25 – das sah sehr kontrolliert aus. Dann jedoch eine turbulente Phase: Eine Reihe von Zeitstrafen brachte Knittlingen zeitweise auf nur vier Feldspieler. Die Gäste witterten ihre Chance und kämpften sich auf 31:30 (55.) heran. Doch genau in diesem Moment zeigte der TSV seine ganze Klasse.
Patrick Wilhelm – das Eigengewächs, das zum Matchwinner wurde
Die Schlussphase gehörte einem 18‑Jährigen: Patrick Wilhelm, aus der eigenen A‑Jugend, blieb eiskalt. Mit einer unglaublichen Ruhe erzielte er die Treffer 31, 32 und 33 – und drehte damit das Spiel endgültig wieder in Knittlingens Richtung. Ein Auftritt, der in Erinnerung bleibt und zeigt, welche Zukunft dieses Talent noch vor sich hat. Den Schlusspunkt setzte Georg Kern zum umjubelten 34:31-Endstand.
Einmal mehr überragend – Bell Choetchim mit 11 Toren ein Garant für offensive Durchschlagskraft. Dahinter überzeugte die gesamte Mannschaft mit Einsatz, Kampfgeist und spielerischer Qualität.
65 Treffer in einem Spiel, das war dann doch eine ganze Menge. Knittlingen (19:15) klettert mit diesem Erfolg auf den 5. Platz, die SG Bottwar (13:21) rutscht nach der Niederlage auf Platz 11 ab. In der nächsten Woche pausiert der TSV Knittlingen nochmal, um dann an die harten Brocken ranzugehen. Da muss man dann zum Spitzenreiter Rot, dann kommt Mitspitzenreiter Wiesloch, dann geht’s nach Weschnitztal und nach Bruchsal, um dann am 29.3.26 den Dritten Wiesloch zu empfangen. Das ist ein Hammerprogramm in den nächsten Wochen. Danach wird man im Knittlinger Lager aussagefähiger sein.
Der TSV spielte mit Neff, Kicherer, Kautz (5), Ivankovic (5), Milbich, Kern (2), Kasperzak (3), Choetchim (11), Dienel (3), Hörandel, Wilhelm (5), Salzseeler.
